Rückfälle...

Die ganze Zeit, seit meinen letzten Einträgen, habe ich mich bemüht, endlich über so manches hinwegzukommen;

über Tatsuya, der ja seine, kA, Freundin mit besonderen Leistungen, oder whatever, hat.

darüber, dass ich nicht so leistungsfähig bin wie ich mir immer eingeredet habt; man kann nicht sagen dass ich nie übers Mittelmaß hinauskomme, aber recht viel weiter dann doch nicht...

darüber, dass meine "schwester in geiste", wie sie es so nett auf der weihnachtskarte letztes jahr formuliert hat, alles andere wichtiger ist als ich; nicht einmal davon, dass sie ein event organisiert, bin ich in kenntnis gesetzt worden, oder dass es stattfindet. Kontakt haben wir seit Oktober oder sogar noch früher nicht mehr...

darüber, dass "unser" freigeist weit wegzieht ohne sich auch nur von mir zu verabschieden. trotz des versprechens, bevor sie geht, zumindest noch einen kaffee trinken zu gehen...

Ich wollte mich damit abfinden, was ich habe, und nicht nach unerreichbaren Sternen zu greifen.
Manche meiner Träume aufzugeben.

Ich werde wohl bis ich sterbe in derselben Wohnung sein, klar gehört mir irgendwann das Haus, aber...
Natürlich macht eine Mietwohnung auch Arbeit, und natürlich ist alles nicht so schlimm wie ich es mir vorstelle, aber Fakt bleibt, dass ich mich irgendwann um ein ganzes Haus, wenn nicht sogar mehr, kümmern muss.
Allein.

Alleine wie ich die meiste Zeit meines Lebens war.

Natürlich ist es jetzt nicht dasselbe "Allein" wie als Kind, aber dennoch.

Meine Stützpfeiler haben beschlossen, abzuhauen.
Meine Eltern hören, wenn überhaupt, nur die Hälfte von dem, was ich ihnen sage. Sie erinnern sich wahrscheinlich nicht einmal mehr an die Namen der wenigen, die mir etwas bedeuten/bedeutet haben.

Und die Sache mit der Liebe...

Wie kann es sein, dass, obwohl es eigentlich gut läuft, nichts in Ordnung ist?

Ich habe Wohnung, Auto, keine Schulden, gute Arbeit...

Aber ich habe keine Freunde mehr.
Ich habe niemanden, der sich meine Probleme anhört.
Niemanden, der sich mit mir über die Lappalien, die mir Freude machen, freut.
Niemanden, um einen drauf zu machen.
Niemanden, mit dem ich in Urlaub fahre.
Niemanden, um Sonntags essen zu gehen.
Niemanden...

Wieso gehen alle Menschen weg, die mir etwas bedeuten?
Warum verlassen sie mich?

Wieso bin ich nicht stark genug, um Tatsuya abzuschreiben?

Warum bin ich nicht diszipliniert genug, meine Vorsätze durchzuziehen?
Mehr Ordnung in der Wohnung, Trainieren gehen...
Nichts davon funktioniert.

Und das, obwohl mich niemand davon abhält, denn es ist ja keiner da.

Inmitten von vielen Menschen, und doch allein.
Lachen und Scherzen, und doch innerlich heulen.
Immer nach vorne gehen, und doch eigentlich stillstehen.

Dreck verdammter.

Immer wieder sage ich mir, wird schon werden.
Es wird besser werden.
Aber trotzdem stehe ich immer noch still.

Ich weiß nicht, was ich anders machen könnte.

Neue Menschen kennenlernen klingt so einfach.
Es wäre wahrscheinlich viel leichter, wenn ich meine Träumerin und meinen Freigeist "vergessen" könnte, sie loslassen könnte.
Denn jedesmal, wenn ich mich mit jemand neuem unterhalte, vergleiche ich unwillkürlich.
Dass sie gelacht hätten.
Dass sie anders reagiert hätten.

Außerdem habe ich mein Vertrauen (wieder einmal?) verloren.
Ich habe niemandem vertraut.
Wieso auch?
Jeder, den ich bis dahin kannte, hat mich verletzt.
Dann öffnete ich mein Herz.
Und der Mensch, den ich eingelassen hatte, hat mich verlassen.
Einmal noch, dachte ich mir.
Wieder ließ ich jemanden an mich heran, und wieder wurde ich verlassen.

Wieso sollte ich mir das noch weiter antun?

Mein Optimismus ist weg.

"Es wird schon irgendwann jemand kommen.", hab ich mir eingeredet.
"Es kommt so, wie es kommen soll.", hab ich mir eingeredet.

Ja klar! >

Es kommt, wie man es nicht haben will.
Es kommt so, dass man nicht damit klarkommt.
Es kommt so, dass man wieder auf die Schnauze fällt!

Ich sehe mir die Menschen in meiner Umgebung an;
Idioten, Flachpfeifen, Arschlöcher, naive Menschen, Ignoranten, ...
Sie alle haben Menschen, die sie mögen und die bei ihnen sein wollen.
Sie alle schreiten vorwärts, wie verkehrt und blöd ihr Weg auch sein mag.
Sie scheinen glücklich.

Wie sehr wünsche ich mir, auch einfach so in den Tag hinein leben zu können.
Wie sehr wünsche ich mir, nicht immer alles bis aufs letzte Detail durchzuanalysieren.
Wie sehr wünsche ich mir, einfach unbedarft auf Menschen zugehen zu können.

Ich will doch nicht ewig allein bleiben.

Ich will jemanden, der mit mir lacht, der mit mir wütend ist, der mit mir traurig ist.
Ich will jemanden, den es interessiert, was bei mir passiert, und wie es mir geht.

Ich will wissen, dass es jemanden gibt, der traurig ist, wenn ich nicht mehr da bin.

1.12.13 20:39

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