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Lose only to Get Back or Get Back only to Lose again?

Wiedermal bin ich in meiner früheren Einstellung bestätigt worden;
einer Einstellung, die ich wegen gewisser Menschen in meiner Umgebung, ob neu hinzugekommen, wieder in mein Leben getreten oder schon immer dagewesen, zu bekämpfen begonnen habe und fast schon hinter mir gelassen habe;

aber jetzt hat sich herausgestellt, dass ich damals einfach recht hatte.

Menschen sind einfach dazu bestimmt, andere zu verletzen.
Und es gibt nur Menschen, die dich irgendwann verraten und alleine lassen. Die einen früher, bei anderen dauert es länger.
Aber jeder Mensch verrät einen anderen irgendwann.

Ich habe ja wirklich Geduld bewiesen.
Jeden anderen Menschen hätte ich lange schon abgeschrieben und jeden mit meinen Hasstiraden genervt.
Ich wurde sitzen gelassen, respektlos behandelt, nicht für voll genommen, und jetzt werde ich sogar als unwichtig behandelt.
Jeder andere ist wichtiger.

Wieso, dood?

Meine Schwester im Geiste, meine Seelenverwandte, was stand noch alles auf dieser Weihnachtskarte letztes Jahr...?

Ich verstehe ja, dass man Zeit mit seiner Affäre verbringen will; ehrlich.
Ich verstehe auch, dass manche den ständigen Drang verspüren, fortzugehen und sich zu betrinken, auch wenn mir selber faktisch nie danach ist.
Versteh ich ja alles.
Aber nichts davon rechtfertigt, dass ich das ganze Jahr mit "Da bin ich bei ihm", "Dich interessiert es ja nie fortgehen" und "Nächste Woche, okay?" abgespeist werde!

Vor vier Wochen wurde das Wochenende in Weit Weit Weg verbracht, wo mein Polarsternchen wohnt, mit fortgehen und so, wo ich nicht mitkonnte weil ich Samstag arbeiten und Sonntag für meine Eltern auf Bereitschaft sein musste.
War ja noch egal.
Vor drei Wochen hatte ich zwar Gesellschaft meiner "Seelenverwandten", aber ebenfalls von deren Affäre und meinem Stern. Sonntag hatte mein Polarsternchen dann Kopfschmerzen und wollte nicht außer Haus.
Also wieder keine Zeit allein.
O~kay... ziept schon ein wenig an den Nerven.
Vor zwei Wochen wurde mir werktags versprochen, am Wochenende zu zocken; Fernseher, Zocken, Essen, Couch bei mir zuhause.
Endlich mal wieder Qualitätszeit, yay!
...oder zumindest dachte ich das.
Freitag abend kurz eine halbe Stunde, wenn überhaupt, dann kam die Affäre, dann kam der Stern.
Dann brachen sie auf weil Sternchen und ich Samstag arbeiten wollten/mussten.
Dann hieß es, Samstag würden wir was machen.
Okay, was soll's. Warten wir noch ein bisschen.
Samstag abend meldete sich dann mein "Liebling" und gab bescheid, dass sie und ihre Affäre noch kurz auf eine Zigarette vorbeischauen würden bevor sie zurück nach Weit Weit Weg fahren würden, um Sonntag dann in irgendeinen Bikepark zu fahren.
Da erst haben wir darüber geredet dass wir schon ewig keine Zeit mehr miteinander verbracht haben.
Ich sage, sie ist schuld weil sie nur noch fortgeht und bei ihrer Affäre ist wenn sie hier ist, und sie sagt ich bin schuld weil ich ständig nein sage.
Und dann hieß es, sobald sie zurück ist, also heute, Sonntag, abend würde sie Zeit haben.
...und jetzt ist es später abend und ich hab noch nicht mal etwas von ihr gehört.

...super.

Wie konnte das passieren?
Wie haben doch schon vor einiger Zeit erkannt, dass wir auseinanderdriften und aufpassen müssen!
Wir haben uns geschworen, das nicht passieren zu lassen!
Wir haben geschworen, dagegenzuwirken...
Und jetzt?

Nein, das ist es nicht einmal.
Es ist nicht das auseinanderdriften.

Jeder sitzt auf seinem Floß, nur während ich zu ihr gewandt auf meinem hocke und die Hand ausstrecke, dreht sie mir den Rücken zu und knutscht über die Strömung hinweg mit ihrer Affäre auf dem dritten Floß.

Warum zum Teufel hat sie mir den Rücken zugedreht?
Ich hab doch weder zu viel noch zu wenig gemacht!
Ich habe nicht geklammert und ich habe sie nie ignoriert...

Wir wissen doch, dass wir uns brauchen, oder?
Oder weiß das nur noch ich?
...oder glaube das nur noch ich...?

9.6.13 19:21, kommentieren

"Gemütlich hier, oder?" -- OH JAAAAAAAA!!!

Talk about Demi Lovato's "Until You're Mine"...

Ich bin sooo froh, dass ich auf den Rat gehört habe, gefälligst meine Eier wiederzufinden!

Alleine fortgehen ist ja so richtig nicht mein Ding.
Eigentlich.
Aber dann hab ich mir gedacht, dass es ja nicht das erste mal wäre;
meine Sterne haben scheinbar etwas gegen diesen Ort.
Jedesmal, wenn ich ein Event finde, das genau in diesem Ort stattfindet, hat auf einmal keiner Zeit O.o.

Jedenfalls hielt ich meine Eier fest und bin alleine hingefahren, mit perfekter Ausrede.
..die ich aber eigentlich nicht brauchte, weil mein Blondie gar nicht wirklich danach gefragt hat, warum ich dort war.
Er meinte nur, dass er sich freut
^^ ^^ ^^ ^^ ^^

Zuerst hatte ich ja Panik, dass ich alleine und einsam wirken würde weil ich dachte ich würde nur dasitzen und warten bis mein Blondie wieder Zeit hat um zu reden..
Aber das war voll nicht so.
Ich war keine 5 Minuten dort, da hat mich dieser Typ an der Bar angequatscht.
Während ich mit dem geredet habe, hat mich auf einmal der auf der anderen Seite angesprochen, nennen wir ihn Tafa, und kurz darauf haben sie sich um mich gestritten O.o
"Jetz hör mal auf zu quatschen, ich will mit ihr reden!"

LOL

Ich hab nach links, dann rechts, dann links, dann rechts geschaut und dann hab ich meinen Blondie angesehen, der direkt vor mir stand, den Kopf schief gelegt und eine Augenbraue hochgezogen, woraufhin er gelächelt hat..
sein putziges Lächeln, das ich so mag^^

Blondie musste dann zur Arbeit und ich hab mir letztendlich einen Barhocker geklaut und mich gesetzt (~90' nach Ankunft..)

Dann organisierte ich einen Anruf, damit mein Alibi gefestigt wurde; im Nachhinein betrachtet ebenso sinnfrei wie das Alibi selber, weil ja keiner gefragt hat O.o

Als ich gerade telefonieren war, draußen natürlich damit Blondie nichts davon mitkriegt WAS ich rede (XD), kam so ein Typ, nennen wir ihn Makri. Ich hab gerade wegen irgendetwas lachen müssen und er ist an mir vorbeigegangen und gemeint "Tolles Lachen!", ich kurz irritiert zu ihm gesehen und nur Danke gesagt O.o
Makri und ich hatten dann ein nettes Gespräch über die nächsten, kA, zwei Stunden oder so, nur hat er dann leider alles versaut.
Angefangen mit einem "Ich mag deinen Humor!" (O.o) bis zum Todesstoß.. "Ich hätte gerne deine Nummer."
Oh mann.
Netter Kerl, ja, aber Kiffer, säuft, lange, relativ ungepflegte Haare und alles in allem einfach so gar nicht mein Typ...
Nachdem er, sein Kumpel und dessen Freundin, die irgendwie auf Makri steht (O.o Bezieungsdrama Alter...), einiges getrunken hatten, sind sie dann nach Hause.

Dann hab ich ausgetrunken und bin zu Blondie gegangen.
"Gemütlich hier, oder?"
"Total. Ich werde wohl mit meinen Mädels bald mal wiederkommen^^"
"Sehr schön, würd mich freuen!"
Ich hab ihn gefragt, ob es ok ist, dass ich wiederkomme, er so "Ja klar, von mir aus gern", mit ironischem Unterton, so "Ist nicht meine Entscheidung"-isch.
Ich dann so von wegen es ist sein Reich und wenn er in seiner Freizeit keine Leute aus der Arbeit sehen will wär das auch ok, aber er hat nur gelächelt (wuu) und gemeint das is voll in Ordnung (doppel-wuu) unddass er sich freuen würde (WUU-HUU).

Ich hab dann noch kurz mit ihm über unsere gemeinsame Arbeit und über seine die er grad gemacht hat geredet, war total interessant.
Ich hab ihm dann noch kurz Trinken geholt, dann bin ich gefahren..

Laune auf einem Höchstpunkt^^

Ah ja... Tafa hat mich gefragt, ob ich Blondies Freundin bin XD
Ich dann so, nein, ich bin seine Untergebene XD
Dann hab ich klargestellt dass er mein Chef ist.
Tafa und ich haben herumgescherzt und dabei hab ich Blondie auch immer wieder zum Lachen gebracht.

Blume, Alter XD XD XD

Mkey, also verbleibe ich hier mal um halb vier Uhr morgens mit der festen Überzeugung, dass ich heute mein neues Stammlokal gefunden habe (weil Blondie hat nicht nur ein putziges Lächeln, er macht auch seinen Job verdammt gut; beide nämlich), einer tollen Nacht hinter mir und einer restlichen Nacht mit wunderprächtigen Träumen vor mir^^

15.6.13 03:32, kommentieren

****

Das gerät gerade alles aus dem Ruder.
Ich liebe meine Arbeit, ich liebe meine Kollegen...
nur dummerweise hab ich mich auch in meinen Chef verknallt...

Was muss er auch so... so... einfach SO sein?

Er war zwar eine richtig tolle Nacht letztes Wochenende, aber es war eine richtig blöde Idee...
Ich hab schon länger gemerkt, dass ich mich irgendwie zu ihm hingezogen fühle.
Dann lässt meine Kollegin diesen Kommentar fallen und alles woran ich denke ist, dass ich da verdammt nochmal hinwill!

Jetzt hab ich angefangen, privat Kontakt zu ihm aufzunehmen, und er ist privat auch noch SO.

Was mache ich jetzt?

Wenn es nur eine Verknalltheit ist, ist es umso schlimmer, weil er verdammt nochmal mein Chef ist! Wenn ich so weitermache, und nennen wir es mal Glück habe, und er auch was von mir will, und ich mit ihm zusammengehe, und dann wieder wie immer meine Klaustrophobie bekomme, und ihn abschieße, dann kann ich meinen Job auch gleich abschießen...!

Und wenn es mich echt erwischt hat, dann noch blöder...

Verdammt...!

Ich denke, alles was ich effektiv tun kann, ist weiterhin Kontakt zu halten, aber rein auf freundlicher Basis, keine Flirtversuche und nichts...
Sofern ich das hinkriege...
Wenn es nicht nur eine Verknalltheit ist, hält es an, und wenn er mich mag, wird er versuchen, sich mir anzunähern...

Und wenn das eine und/oder das andere nicht passiert, weder das Anhalten noch die Annäherungsversuche, dann soll es halt einfach nicht sein...

Himmel, meine Hirnwixxerei...

Alles nur eine Gedulds- und Disziplinfrage...
Blöd nur dass ich in beidem mies bin...

*seufz*

Das wird schon werden...
Einfach cool bleiben, lächeln und lieb sein.
Das kann doch nicht so schwer sein, das hab ich bisher auch hingekriegt.

Tschakkaaa!!

17.6.13 21:01, kommentieren

Day 1 - Monday

"Morgen Maya!", grüßte Tatsuya wie jeden Morgen, als er in Richtung seines Büros ging.
"Guten Morgen Tatsuya!", erwiderte Maya fröhlich und lächelte ihren Vorgesetzten an.
"Alles okay bei dir?", fragte er wie jeden Morgen.
"Ja schon... Demnächst bräuchte ich neue Arbeit.", erwiderte Maya mit nachdenklichem Blick auf ihr Auftragsregal, in dem gähnende Leere herrschte.
"Mark hat noch einen Nacharbeitsauftrag für dich, du gehst einfach zu ihm wenn du fertig bist.", meinte Tatsuya lächelnd.
"Geht klar!", Maya zeigte das strahlendste Lächeln, das sie aufbringen konnte; das ging ganz einfach, musste sie doch nur an einen der vielen Träume denken, die sie in jeder Nacht hatte seit sie im Lokal ihres Chefs gewesen war.
Träume über Parallelrealitäten, in denen sie ein Paar waren; in denen sie sich zum ersten Mal küssten,in denen sie morgens nebeneinander aufwachten, als Maya nachmittags arbeiten musste; Tatsuya stand auf, machte sich fertig und gab der vor sich hin dösenden Maya einen kleinen Kuss, bevor er "Bis dann", flüsterte...
Tatsuya erwiderte das Lächeln und ging in sein Büro.
Während Maya gewissenhaft weiterarbeitete, zwang sich immer wieder ein Lächeln auf ihre Lippen.

Zwei Stunden später musste Maya mit Tatsuya etwas für ihren aktuellen Auftrag abklären, wagte aber zuerst nicht, ihm unter die Augen zu treten.
Sie hatte mächtig Muffensausen und konnte keinen Schritt machen, aus keinem besonderen Grund. Sie brauchte nur an ihren Chef zu denken und bekam total Nervenflattern.
Sie beschloss, sich zusammenzureißen, atmete einmal tief durch, schnappte sich ihr Auftragsmaterial und ging bestimmt ins Büro.
"Uhm, Tatsuya?", begann sie und trat zum Schreibtisch ihres Chefs.
"Ja bitte?", es amüsierte Maya, dass Tatsuya diese Phrase genauso aussprach wie sie selber.
"Ich habe hier ein Problem..."
Kurz führte Maya ihr Problem aus, während Tatsuya ihrem Finger mit den Augen folgte, der über die Zeichnung des Auftrags wanderte.
"Ach, das ist kein Problem, das kannst du ruhig machen.", sagte er in sanftem Ton und lächelte.
"Sehr schön. Dann mache ich es so. Okay, danke.", beeilte sich Maya zu sagen, lächelte ihren Vorgesetzten noch einmal an und verließ dann schnellen Schrittes das Büro, um Tatsuya nicht weiter aufzuhalten.

Ihr Lächeln erfolglos zu unterdrücken versuchend arbeitete Maya weiter.

In ihrer Pause ging sie mit ihren beiden Kolleginnen Kerry und Alina aus der Halle, da es mit der stehenden Luft und der brennenden Sonne, die durchs Dach drang, verdammt heiß war. Alina war ein ganzes Stück hinter ihnen, weil sie mit einer anderen Kollegin redete. Maya und Kerry ließen sich im Schatten unter den Bäumen aufs Gras nieder.
"Sag mal, Tatsuya hat heute einen guten Tag, was?", begann Maya vorsichtig.
Sie wollte mit allen Mitteln verhindern, dass jemand ihre leichte... Affektiertheit gegenüber ihrem Chef mitbekam, aber ihr Drang, über ihn zu reden, war zu stark.
"Huh? Schon?", erwiderte Kerry skeptisch.
"Ja schon. Ist dir nicht aufgefallen, dass er heute ziemlich gut drauf ist? Oder hast du noch nicht mit ihm geredet?", wollte Maya wissen.
"Nein."
"Nein, nicht gemerkt, oder nein, nicht geredet?"
"Ich hab schon mit ihm geredet, aber er war nicht sonderlich gut drauf."
Ach ja? Bei mir schon...
In dem Moment kam Alina, und weil Maya ihr nach wie vor nicht traute, ließ sie das Thema fallen.

Später musste Maya Tatsuya mitteilen, dass sie Mist gebaut hatte.
Einer ihrer Teile war schief gegangen.
Nachdem sie ein weiteres mal tief durchgeatmet hatte, ging sie zu ihrem Chef.
Sie erklärte ihm kurz ihr Problem, Reue schwang in ihrer Stimme mit, wie jedes mal, wenn sie ihm etwas gestehen musste.
Entgegen ihrer Erwartung sagte er nicht, wie zuvor, mit leicht enttäuschter Miene "Ach Maya...", sondern meinte nur, "Nein, da können wir nichts mehr machen; der kommt weg.", mit derselben sanften Stimme wie zuvor, ohne Enttäuschung, ohne negativen Unterton. Gerade, dass er nicht sagte, dass es nicht so wild sei, dass es nicht ihre Schuld sei. Das hätte perfekt zu dem Ton gepasst, mit dem er geredet hatte.
Etwas erleichtert, aber nach wie vor reumütig sagte sie nur "Okay..." und verließ das Büro.

Geknickt arbeitete Maya weiter.
Glücklicherweise kam ihr Kumpel/Geschäftspartner/Kollege Warren kurz darauf vorbei, als Maya gerade einen Teil von einem ihrer Kollegen kontrollierte, um sie um technischen Rat zu fragen.
Ein paar Minuten später standen Maya und Warren an ihrem Arbeitsplatz und debattierten über Warrens Problem.
Energisch gestikulierend erklärte Maya Warren, warum sein Problem gar kein Problem war.
Plötzlich hörte Maya ihren Namen.
Schnell wandte sie sich um, die Hände immer noch vom gestikulieren in der Luft hängend und breit lächelnd über Warrens unberechtigte Sorge.
Tatsuya stand vor ihr, einen großen Umschlag in der Hand, und sah sie musternd an.
Doch etwas peinlich berührt, bei ihrer Gestikuliererei praktisch erwischt worden zu sein, und das auch noch von Tatsuya, ließ sie die Hände schnell sinken und ihr Lächeln wurde fast schon entschuldigend.
Tatsuya aber lächelte nur und gab ihr den Umschlag, nach einem kurzen Blick stellte Maya fest, dass es ihr Lohnzettel war.
"...danke!", beeilte sich Maya zu sagen und lächelte ihr übliches, fröhliches Lächeln.
Kurz sahen sich die beiden ehrlich lächelnd in die Augen, bevor Tatsuya seinen Weg fortsetzte.

Ein langer und heißer Arbeitstag ging zu Ende und Maya war am Abend heilfroh, ins Bett fallen zu können, um von ihrem Chef zu träumen...

19.6.13 18:22, kommentieren

Day 2 - Tuesday

Maya konnte ihre Ungeduld kaum im Zaum halten.
Unerträglich langsam bewegte sich der Zeiger auf die Sieben zu.
Sie wusste, spätestens um sieben würde Tatsuya aufkreuzen.
Noch nie war er zu spät gewesen.
Müsste sie nicht arbeiten, würde Maya von einem Fuß zum anderen treten und Däumchen drehen.
Seufzend drehte sie sich von der Maschine zu ihrem Tisch um, und kurz blieb ihr Herz stehen, als sie durch den Gang hindurch ihren Chef sah, wie er mit Mark sprach.
Endlich!!
Lange dauerte ihre Freude aber nicht, weil ihr aktueller Auftrag sie nervte.
Nichts funktionierte so wie sie es wollte.
Sie musste manches doppelt und dreifach bearbeiten, bis es stimmte;
Maya überprüfte gerade eines ihrer Teile und verzog das Gesicht frustriert.
"Morgen Maya!", begrüßte sie in dem Moment ihr Vorgesetzter.
Schnell setzte sie ein Lächeln auf, und im selben Moment, in dem sie in Tatsuya' Gesicht und in sein Lächeln sah, wurde es ein echtes Lächeln.
"Guten Morgen Tatsuya!"
"Alles klar bei dir?", wie jeden Morgen.
"Diese Teile ärgern mich...", sagte Maya seufzend, bevor sie nachdachte.
Eine Seltenheit, dass sie nicht lange darüber nachdachte, was sie sagte; besonders bei ihm.
"Wieso denn das?", fragte Tatsuya und sah sie forschend an.
Leicht entnervt hielt sie Tatsuya den Teil vors Gesicht.
"Ich mache sie alle gleich, richte sie alle gleich aus und bearbeite sie alle gleich, ohne irgendetwas umzustellen, und trotzdem werden sie alle unterschiedlich. Sie passen zwar alle, aber nur weil ich so oft darübergefahren bin bis es gepasst hat...", sprudelte es aus ihr heraus, weil es sie wirklich schon aufregte.
Daraufhin schürzte Tatsuya nachdenklich die Lippen.
"Zeig mal wie du sie spannst.", meinte er dann, sein Interesse geweckt.
Daraufhin stellte sich Maya zu ihrer Maschine und legte den Teil ein.
Tatsuya kam näher, stand nun so nahe, dass Maya seinen Atem am Hals spürte, und sah zu, wie sie geschickt ihre doch etwas komplizierte Spannvorrichtung einrichtete.
Dann deutete sie mit einer Hand darauf, während sie sich wieder halb von der Maschine wegdrehte, in seine Richtung; sie standen verdammt nah beieinander, weil Tatsuya immer noch die Vorrichtung studierte.
Während Maya insgeheim stolz auf ihre Idee der Vorrichtung war, räusperte sich Tatsuya schließlich, scheinbar zu einer Erkenntnis zu kommen.
"Schlag ihn nieder. Vorsichtig. Nur ein kleiner Schubs.", meinte dann Maya's Vorbild.
Maya zog unwillkürlich eine Augenbraue hoch, nickte aber. "Okay...? Mach ich."
"Sonst alles gut?", fragte er dann und trat einen Schritt zurück, wieder zurück auf den Gang zu seinem Büro.
"Jap!", freute sich Maya, immer noch berauscht von dem kurzen Moment der Nähe.
"Schön!", erwiderte Tatsuya und ging in sein Büro.

Ein noch heißerer und ebenso langer Tag ging zu Ende, und Maya konnte nicht anders, als den ganzen restlichen Tag eine kitschige, romantische Geschichte zu lesen; als neuen Ideenlieferanten für die Nacht... in der sie glaubte wieder, so wie schon jede Nacht zuvor seit diesem einen, eigentlich nichtigen Treffen in ihrer Freizeit, von ihrem Vorgesetzten zu träumen.

Stundenlang lag Maya in dieser Nacht wach.
Der Schlaf wollte und wollte nicht kommen, egal, wie oft sie sich im Bett wand.
Tagträume über Vergangenes und Nie Passiertes hielten sie wach.
Letztendlich übermannte sie doch der Schlaf; mitsamt einem weiteren Traum von etwas Nie Passiertem; jedoch einem ganz anderen.

Mitten in der Nacht wachte Maya erschrocken auf.
Schnell und unkontrolliert atmend wanderte sie mit den Augen durch den dunklen Raum, jeden Schatten genauestens musternd.
Sie erinnerte sich, immer noch panisch umherblickend, dass sie diesen Traum schon mehrmals gehabt hatte; mit denselben Akteuren, jedoch hatte sie diese damals noch nicht einmal gekannt.
Es waren die Leute aus der Arbeit, auch Tatsuya war darunter.
Sie ging auf den Parkplatz, bei ihrem Auto löste sich, als sie gerade einsteigen wollte, die Handbremse und es rollte davon, zwei Autos mit sich ziehend, bis es schließlich gegen einen Pfeiler rollte; gegen jedes physikalische Gesetz verstoßend, doch selbst als Techniker nahm sie das in diesem Traum nicht zur Kenntnis. Irgendeine Flüssigkeit lief aus, Maya hatte keine Ahnung, was es war, aber als sie gerade näher treten wollte, explodierte ihr Auto und löste sich mitsamt den anderen beiden in einem Flammenmeer in einen verkohlten Karosseriebaukasten auf.
Während Maya noch überlegte, was zum Teufel gerade passiert war, kamen eine handvoll Leute aus dem Firmengebäude gerannt, darunter Kerry und auch Tatsuya.
Kurz war es ein unüberschaubares Gewusel, und irgendwie kam es dann dazu, dass Tatsuya die beiden gigantischen Maschinen, mindestens drei Meter hoch, auf dem Gelände (die beide gar nicht in der Realität existierten, aber so aussahen wie riesige Karusselldrehmaschinen) in Betrieb nahm.
Daraufhin flogen aus unerfindlichem Grund glühende Metallteile herum, welche die Maschinen produzierten, und Maya versuchte sich unter ihrem Kissen (weiß der Teufel wo sie das plötzlich herhatte O.o) vor Verbrennungen zu schützen; Andere erwischten die glühenden Geschosse in den Haaren und an der Kleidung, und Chaos brach aus. Mit jeder Minute wurde die Menschenmenge größer; doch nur an Kerry und Tatsuya konnte sich Maya erinnern.
Das Chaos war jedoch noch nicht alles.
Die Teile hörten auf, auf die Belegschaft hinunterzuprasseln, und als dann langsam alle aus ihren Deckungen hervorkamen und das Kissen, das Maya eben noch schützend über sich gehalten hatte, spurlos verschwunden war, leuchtete das Innere der einen Maschine plötzlich auf, um dann ein grässliches Biest zu offenbaren, das aussah wie ein entstellter, zu groß geratener (zwei Meter oder so) Teddybär, mit rot-weiß gesprenkelter Schleife um den dicken Hals und gleichgemusterter Zipfelmütze, eine Mischung aus Weihnachtsmannmütze und der Mütze wie die Schlümpfe sie aufhaben.
Sofort verkrochen sich wieder alle, Maya fiel vor Schreck auf den Boden und rollte sich unter die Tropftasse der Maschine, da sie hoffte, wenn es sie nicht sah, würde sie in Sicherheit sein.
Da sich das Biest aber dann bewegte, beschloss Maya, dass sie dem Beispiel der anderen folgte und einfach weglief so schnell sie konnte.
Sie erhaschte einen Blick auf Tatsuya, der dasselbe tat; erst mit großen Augen entsetzt den Monsterbär anstarrend, dann so schnell ihn seine Beine trugen laufen; einen Moment lang erwiderte er den Blick, und beide sahen dasselbe; einen panischen Gesichtausdruck, gemischt mit Sorge.
Doch dann verlor Maya ihren Vorgesetzten aus den Augen, überall liefen Menschen um ihr Leben, der Teddy hinterher.
Maya lief erst den anderen hinterher, und sie hörte, wie der Teddy irgendeine Melodie aus einem Kinderlied vor sich hin brummte, fast, als würde er summen, und die Leute so informieren, wo er genau war, wie ein psychopathischer Serienkiller, der den weglaufenden Kindern langsamen Schrittes summend folgte.
Alsbald erkannte Maya, dass es so keinen Sinn hatte, da der Teddy immer weiter aufschloss, und hinter einen schmalen Hecke, die sie entlang lief, sah sie die Zipfelmütze immer näher kommen.
Kurzerhand änderte sie ihre Route, lief im Halbkreis zurück zu den gigantischen Maschinen; in dem Glauben, dass der Teddy doch die anderen jagte und sie sich so weiter von ihm entfernte.
Doch als sie nur noch wenige Meter von den beiden Maschinen entfernt war, sah sie jenseits des Kiesweges einen zweiten Monsterbär aus der zweiten Maschine steigen (eigentlich logisch, nicht? Zwei Maschinen, zwei Monster). Der Teddy entdeckte sie und kam, im Gegensatz zu seinem Kumpanen, im Laufschritt auf sie zugestapft, der Boden vibrierte unter seinen schweren Schritten.
Maya kreischte kurz mädchenhaft auf, verkleinerte den Radius des Halbkreises, den sie gelaufen war, und lief den gegenüberliegenden Zaun entlang wieder weg von den teuflischen Gerätschaften. Es war ein hoher Maschendrahtzaun, und jenseits davon lag endlose Grünfläche, die sich bis zum Horizont erstreckte.
Ihre Lunge schrie um Luft, ihre Beine wollten jeden Schritt einknicken, doch die Panik trieb sie voran, die Panik, was geschehen könnte, wenn die wahnwitzige Gestalt hinter ihr sie erwischte.
Sie lief und lief und lief, immer diese Kinderliedmelodie im Ohr und diese lächerliche Zipfelmütze vor ihrem inneren Auge...

...bis sie hyperventilierend und schweißnass in ihrem Bett aufwachte.
Im selben Moment riss sie sich ihre Schlafmaske herunter und untersuchte mit Blicken das ganze Zimmer, jeden Schatten inspizierend.

Erst eine lange Weile später hatte sich ihr Puls einigermaßen beruhigt, doch ihre Panik blieb. Sie wollte nicht wieder einschlafen. Sie wollte nicht zurück in diesen aberwitzigen Traum. Ihre Augen drohten jede Sekunde wieder zuzufallen, und schon hörte sie die Melodie wieder, was sie so erschreckte, dass sie die Augen wieder aufriss.
Das Spielchen ging mehrere Male so, und Maya begann zu überlegen, ob sie nicht lieber aufstehen und die restliche Nacht wach bleiben sollte.
Sie hatte solche Panik vor den beiden Monster-Teddys als ob sie tatsächlich in der Realität nur darauf warteten, dass sie wieder einschlief, um sie dann grausam zu Tode kommen zu lassen; auf welche wahnsinnige Art auch immer.
Schließlich, endlose paranoide Minuten später, beschloss Maya, dass es trotz allem Wahnsinns und aller Gefahr, immer noch ihr eigener Traum gewesen war;
sie konnte ihn ändern, wie sie wollte.
Also schloss sie die Augen, und im selben Moment hörte sie das Kinderlied, spürte die Vibrationen des Bodens unter den schweren Schritten des Teddys, und sah sie die Zipfelmütze.
Doch in der nächsten Sekunde rauschte ein Auto auf sie zu, bremste im Drift und blieb mit der Beifahrertür vor ihr stehen.
Tatsuya öffnete ihr von innen die Tür.
"Komm schon!", rief er ihr zu, und keine Sekunde später stieg sie ein.
Vergesse man doch alle physikalischen und logischen Gesetze; es war ein Traum.
Tatsuya und Maya fuhren minutenlang in rasantem Tempo über was auch immer, Gras, Kies, Asphalt, sie hätte es nicht sagen können.
Alles, was sie von diesem Abschnitt ihres Traumes mitbekam, war das Innenleben des Autos, das in hellem Grau gehalten war, aber trotzdem nicht billig aussah; und außerdem, viel intensiver in ihrer Erinnerung festgebrannt; Tatsuyas Hand auf ihrer.
Sie waren nach wie vor beide unruhig, ständig fielen ihre Blicke in die Rückspiegel, um zu kontrollieren, ob ihnen die Bären nicht doch nachkamen.
Minuten später hatten sie sich etwas beruhigt, die Blicke in die Spiegel wurden seltener, bis sie ganz aufhörten.
Eine Weile lang genoss Maya das Gefühl von ihrer Hand in Tatsuyas.
Plötzlich drückte er ihre Hand leicht.
Daraufhin blickte Maya ihn an, und er lächelte sanft.

19.6.13 18:25, kommentieren

Day 3 - Wednesday

Leider riss sie in dem Moment irgendetwas unsanft aus ihrem Traum.
Knurrend drehte Maya sich herum, sich mit aller Macht gegen das Aufwachen wehrend.
Doch sie konnte es nicht verhindern;
Ihre Augen öffneten sich widerstrebend, aber bestimmt.
Langsam wurden die Umrisse ihrer Umgebung schärfer; sie erkannte die Zeiger auf ihrem analogen Wecker neben dem Bett.
Fünf... fünf... Uhr zehn...?
Kurz nach...
...
Erschrocken fuhr Maya aus dem Bett und sah auf ihrem Handy nochmal auf die Uhr;
Dreizehn nach Fünf; eigentlich müsste sie schon im Auto sitzen.
In aller Hektik machte sie sich fertig und brauste in die Arbeit.

Trotz allem noch vier Minuten vor Schichtbeginn stempelte Maya ein.
Mit einem tiefen Seufzer ließ sie sich ihren Kaffee vom Automaten herunter und freute sich insgeheim unglaublich.
Einen grässlichen Albtraum in einen schönen Traum verwandelt, verschlafen und trotzdem pünktlich... es versprach ein guter Tag zu werden.

Als Tatsuya um kurz vor sieben seinen Dienst antrat, schien zunächst alles wie die Tage zuvor; um ein Stück vertrauter als die Woche vorher, doch nichts außergewöhnliches.
Trotzdem war Maya gleich ein ganzes Stück besser drauf, allein weil sie wusste, dass Tatsuya da war; nur allein deswegen, weil er zur selben Zeit am selben Ort war; wie letztes Wochenende in Tatsuyas Stammlokal. Sie hatten nur wenig geredet, aber es hatte ihr gefallen, zu einem nicht unwesentlichen Teil deshalb, weil sie wusste, dass Tatsuya auch da war.
Sie lächelte.

Um kurz vor zwölf, sie kam gerade mit Kerry von ihrer zweiten Kaffeepause zurück, sah sie Tatsuya am Messgerät herumhantieren.
Zu gern hätte sie ihn gefragt, was er da tut, und ihn jedes Detail gefragt, doch sie beschloss, dass es zwar poritiv bemerkt würde, Interesse daran zu zeigen, doch einen positiveren Eindruck würde es machen, wieder brav an die Arbeit zu gehen;
denn sie wollte um jeden Preis, dass Tatsuya sah, wie gern sie ihre Arbeit machte; welche Motivation, Begeisterung, Ambition dahinter stand.
Deshalb ging sie vorbei, sah kurz, was er tat, lächelte, als er sie ansah, ging aber auf direktem Weg zu ihrer Maschine.
Dort angekommen ließ sie den Teil weiterlaufen, drehte sich um, hantierte kurz alibihalber mit den paar Werkzeugen, die auf ihrem Tisch herumlagen, herum, dann sah sie wieder zu Tatsuya. Sie sah, dass er gerade dabei war, den digitalen Taster zu vermessen.
Sie registrierte, dass es diesmal schneller gegangen war, ihn zu reparieren, da sich die anderen den analogen Taster, der eigentlich Maya gehörte, erst seit dem Vortag immer wieder mal ausgeliehen hatten.
Sie sah kurz nach, ob die anderen ihr ihren Taster wieder zurückgebracht hatten, doch sie konnte ihn nicht finden. Also beschloss sie, ihn sich zu holen, sobald der nächste Teil lief, um damit keine Arbeitszeit zu verschwenden, um wieder Tatsuya ihren Arbeitswillen zu zeigen.
Bevor sie jedoch dazu kam, stand Tatsuya vor ihrem Tisch und hielt ihr wortlos den analogen Taster entgegen.
Schnell griff Maya danach, griff dabei aber etwas zu weit, und ihre Hände berührten sich.
Durch den Spalt zwischen unterer und oberer Trennwand sahen sich die beiden sekundenlang an, ihre Finger berührten sich. Maya konnte nur von sich selber sprechen, doch ihr Finger brannte regelrecht von dieser simplen, unverfänglichen Berührung.
Die Zeit schien kurz stehenzubleiben, zumindest für Maya.
Schließlich, in Wirklichkeit waren nur wenige Sekunden vergangen, ließ Tatsuya den Taster los.
Maya überlegte, ob Tatsuya sich nur sicher sein wollte, dass sie den Taster auch wirklich schon hatte, und deshalb gewartet hatte...
"Danke, ganz lieb!", bedankte sich Maya lächelnd auf ihre typisch freudestrahlende Art, "Ich wollte ihn mir eben holen."
"Bitte?", fragte Tatsuya nach, da er um den Tisch herumgegangen war und sie scheinbar nicht richtig verstanden hatte.
Maya überlegte, ob er nicht "Danke ganz lieb" verstanden hatte sondern stattdessen "Ich hab dich lieb" und deshalb nachgefragt hatte...
"Ich wollte ihn mir eben selber holen.", wiederholte sie nur den Teil, den sie guten Gewissens nochmal sagen konnte.
"Perfekt.", erwiderte Tatsuya bloß und ging weiter in Richtung seines Büros.
Kurz sah Maya lächelnd dahin, wo eben noch ihr Chef gestanden hatte.
Schnell riss sie sich aber wieder zusammen und arbeitete weiter.
Insgeheim schwor sie sich, ab nun den Taster mit noch viel mehr Sorgfalt zu behandeln, weil er zu diesem schönen Moment geführt hatte.

Je näher das Schichtende rückte, desto aufgekratzter wurde Maya, trotz aller Hitze und dem Gestank der Landwirte von der angrenzenden Wiese neben dem Firmengelände.
Sie wusste, nach Schichtende kam die Sitzung des Verbesserungsrates der Firma, dem sie seit einiger Zeit angehörte (nach einigem Nachfragen und einer Notiz mit traurigem Smiley bei ihrem Mitarbeitergesprächs im Winter). Tatsuya war der Teamsprecher des Rates und sie würde völlig unschuldig und unbekümmert fast eine Stunde lang Tatsuya ansehen können, ohne dass irgendjemand das hinterfragen würde.
Endlich war es soweit, es war fünf nach halb zwei und gleich war es soweit, die Sitzung würde beginnen. Mayas Kollege aus der angrenzenden Abteilung kam bei ihr vorbei, Aki, einer der ersten mit dem Maya Kontakt geknüpft hatte, als sie angefangen hatte; bei der Weihnachtsfeier war sie fast nur bei ihm geklebt; auch wenn er zu der Zeit nichts anderes als seinen mächtigen Rausch, den er in dieser Nacht ausfassen würde, im Kopf hatte.
Er informierte sie netterweise, dass die Sitzung heute stattfand.
Während Mayas kurzem irritierten Blick und einem "...oka~y..." ging Aki um ihren Tisch herum und stellte sich neben sie.
"Ich weiß...? Ich gehe davon aus, dass die Sitzung statfindet, außer ich höre etwas anderes.", erklärte sie lächelnd. Aki lächelte. "Ach so.", meinte er verschmitzt.
"Wieso? Kommt Michi heute nicht?", fragte Maya nach ihrem Gegenschichtkollegen, "Hat der nicht erst morgen frei?"
"Ich war der Meinung, dass er morgen frei hat.", erwiderte Aki leicht grübelnd.
"Ich war auch dieser Meinung. Schön wenn wir uns einig sind.", grinste Maya, woraufhin Aki auch wieder grinste.
"Ah, da kommt er ja.", stellte Maya im nähsten Moment fest, als Michi um die Ecke aus Richtung der Spinds angedackelt kam. Anders konnte man das nicht nennen, wie er sich gerade fortbewegte.
Aki grinste breiter und ging in seine Abteilung hinüber, während Maya wartete, bis Michi bei ihr angekommen war.
"Hi."
"Hi."
Ihr Begrüßungen waren auch schon mal energischer ausgefallen, aber die Hitze machte ihnen wohl beiden gleich stark zu schaffen.
"Ganz kurz, das hier... und jenes... und dann..."
Maya legte es eigentlich darauf an, dass sie ihre Schicht vor der Sitzung übergab, doch plötzlich stand Aki wieder an ihrem Tisch.
"Gehen wir?", fragte er an Maya gerichtet.
Irritiert sah Maya auf die Uhr. Es war wirklich soweit.
"Uhm, okay, ja, gehen wir.", meinte sie an Michi gerichtet, und die drei gingen los.

Erleichtertes Seufzen entkam jedem, der den Sitzungsraum betrat; er war klimatisiert.
Tatsuya saß natürlich schon an seinem Platz und grinste über die gleiche Reaktion bei jedem, der eintrat.
Leicht benebelt von der plötzlichen, erfrischenden Kühle setzte sich Maya neben Gary, den Moderator des Rates; den freien Platz, der am nähesten bei Tatsuya stand.
Der Chef von Tatsuya, Gruppenleiter Karu, kam gleich nach den dreien, kurz darauf Kerry und dann die anderen.
Tatsuya gab Karu das Zeichen, dass er anfangen konnte, während er selbst noch mit der Verteilung des Bildes zwischen Laptop und Beamerwand kämpfte.
Das Spiel konnte beginnen.
Natürlich hörte Maya aufmerksam zu, doch ebenso konzentriert musterte sie Tatsuya, wann immer er auch nur ein Wort sagte, ihr also einen Vorwand gab, ihn anzusehen.
Dadurch entdeckte sie die fast schon perfekte Geradheit seiner Nase, seinen sicher unheimlich weichen Bart (kurz getrimmt auf der Oberlippe und etwas länger am Kinn) und zwei neue Tattoos, die sie noch nicht kannte; Das an der Innenseite seines Oberarms kannte sie schon, da stand in geschwungenen Buchstaben ein Name, nur hatte sie noch nicht herausfinden können, welcher Name das war. Das erste neue Tattoo war ein größeres, flächendeckendes Tattoo an seinem rechten Unterschenkel, das zweite entdeckte sie, als sie in die Halle zurückgingen, um sich den Sachverhalt ihres neu begonnenen Themas vor Ort anzusehen, und sie sein leicht geöffnetes Hemd bemerkte, das die helle Haut seiner Brust und die Konturen seines Schlüsselbeins ein wenig zeigte; auf der linken Seite hatte er noch ein Tattoo; sehr viel hatte Maya nicht erkennen können, doch sie glaubte, Teile von Buchstaben erkannt zu haben.
Auch hatte sie registriert, wie gepflegt seine Hände und Nägel waren; er achtete definitiv gut auf sein Äußeres. Sofort stieg Mayas Affektiertheit noch ein Stück höher.
Während der Sitzung schaffte es Maya immer wieder, sich mit intelligenten Meldungen zu Wort zu melden, was Tatsuya stets mit einem Lächeln registrierte.
Sie schob es auf die Steigerung ihres Mutes Tatsuya gegenüber, dass sie auch hier endlich wagte, etwas zu sagen; das erste neue Thema ging auch noch sie an, und so konnte sie sowohl beim Sachverhalt der momentanen Situation mitreden als auch mit Verbesserungsvorschlägen aufwarten.
Ein wirklich guter Tag.
Schließlich ging die Sitzung zu Ende, leider, wie Maya fand.
Das verhieß mehrere schlechte Dinge;
Sie musste den klimatisierten Raum verlassen.
Sie konnte Tatsuya nicht mehr mustern.
Sie musste diesen wahnsinnig guten Tag als beendet akzeptieren.

Der Abend war schneller erreicht als Maya gedacht hatte.

19.6.13 18:37, kommentieren

Diverse Intonationen des Kosewortes "Alter"

"Alter" ohne Betonung: "Hallo, wie geht's, wie war dein Tag?"

"Alteeer", gedehnt: Ausdruck großer Begeisterung und Anerkennung, etwa wenn jemand Pizza geholt hat.

"Alter!", nachdrücklich: Du stehst im Bild.

21.6.13 20:02, kommentieren